Funnel Basics

Die Phasen des Sales Funnels: Wie aus Interessenten Kunden werden

Kaum jemand kauft beim ersten Website-Besuch. Bevor aus einem Fremden ein Kunde wird, durchläuft er mehrere gedankliche Stationen: von "Ich habe da ein Problem" bis "Ich buche jetzt". Wenn du als Coach, Berater oder Agenturinhaber verstehst, wie dieser Weg aussieht, kannst du deine Website, deine Inhalte und dein Angebot genau dort ansetzen, wo dein Interessent gerade steht – statt ihn mit dem falschen Angebot zur falschen Zeit zu überfordern.

Was ein Sales Funnel eigentlich beschreibt

Der Begriff "Funnel" (Trichter) beschreibt, dass am Anfang viele Menschen mit deinem Angebot in Berührung kommen, aber nur ein Teil davon am Ende tatsächlich kauft. Das ist kein Zeichen dafür, dass etwas schiefläuft – es ist einfach der natürliche Verlauf eines Entscheidungsprozesses. Menschen brauchen Zeit, Informationen und Vertrauen, bevor sie Geld ausgeben, besonders bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen wie Coaching, Beratung oder Agenturleistungen.

Das klassische Modell unterteilt diesen Weg in vier bis fünf Phasen: Awareness (Bewusstsein), Interest (Interesse), Consideration (Abwägung), Decision (Entscheidung) und Purchase beziehungsweise Action (Kauf oder Buchung). Für dich als Website-Betreiber ist entscheidend, dass jede Phase unterschiedliche Inhalte, unterschiedliche Tonalität und unterschiedliche Handlungsaufforderungen braucht. Eine Landingpage, die nur auf "Jetzt kaufen" ausgelegt ist, verliert alle Besucher, die noch in einer früheren Phase stehen.

Phase 1: Awareness – der Interessent erkennt sein Problem

In dieser Phase weiß dein potenzieller Kunde noch nicht, dass es dich gibt. Oft ist ihm nicht einmal klar, wie sein Problem genau heißt – er spürt nur, dass etwas nicht funktioniert. Ein Unternehmer merkt zum Beispiel, dass seine Website kaum Anfragen bringt, ohne zu wissen, dass das Problem an der Struktur seines Funnels liegt.

Typische Berührungspunkte in dieser Phase sind Suchmaschinen, Social Media, Empfehlungen oder Fachartikel. Dein Ziel ist hier nicht der Verkauf, sondern Sichtbarkeit und Orientierung. Inhalte, die in dieser Phase gut funktionieren:

  • Blogartikel, die ein konkretes Problem beim Namen nennen und einordnen
  • Kurze, erklärende Social-Media-Beiträge
  • SEO-optimierte Seiten zu Suchbegriffen, die das Problem beschreiben, nicht die Lösung

Phase 2: Interest – erste Auseinandersetzung mit möglichen Lösungen

Sobald jemand sein Problem klarer benennen kann, beginnt er, sich über mögliche Lösungswege zu informieren. Er vergleicht noch keine konkreten Anbieter, sondern grundsätzliche Ansätze: Sollte er das Thema selbst lernen, jemanden intern einstellen oder eine externe Fachkraft beauftragen?

Auf deiner Website ist das der Moment, in dem Ratgeber-Inhalte, Leitfäden oder Checklisten ihre Wirkung entfalten. Wichtig ist, dass du hier noch nicht zu stark verkäuflich wirst – der Fokus liegt auf Aufklärung und Vertrauensaufbau. Eine gute Möglichkeit ist ein Freebie oder E-Mail-Kurs, mit dem du den Kontakt hältst, auch wenn eine direkte Buchung noch nicht erfolgt.

Phase 3: Consideration – konkrete Anbieter werden verglichen

Jetzt wird es konkret: Der Interessent hat sich für einen Lösungsweg entschieden – zum Beispiel "Ich brauche eine professionelle Webflow-Landingpage" – und vergleicht nun verschiedene Anbieter oder Freelancer. In dieser Phase entscheidet sich häufig, ob du überhaupt in die engere Auswahl kommst.

Was in dieser Phase überzeugt

Referenzen, Fallstudien, klare Leistungsbeschreibungen und Testimonials sind hier zentral. Menschen wollen sehen, dass du das Problem, das sie haben, schon erfolgreich für andere gelöst hast. Eine gut strukturierte Portfolio- oder Case-Study-Seite ist in dieser Phase oft wichtiger als jeder weitere Blogartikel.

Vertrauen aufbauen ohne Druck

Vermeide es, in dieser Phase mit aggressiven Rabatten oder künstlicher Dringlichkeit zu arbeiten. Der Interessent vergleicht gerade sachlich – Transparenz zu Preisen, Ablauf und Prozess wirkt hier glaubwürdiger als reine Verkaufsrhetorik.

Phase 4: Decision – die Entscheidung fällt

In der Decision-Phase hat der Interessent die Auswahl meist schon auf ein bis drei Anbieter eingegrenzt. Jetzt zählt jedes Detail: Wie einfach ist es, eine Anfrage zu stellen? Wie schnell antwortest du? Wirkt dein Angebot klar und nachvollziehbar strukturiert?

Hier lohnt sich ein unkompliziertes Erstgespräch, ein klar formuliertes Angebot mit definiertem Leistungsumfang und eine Website, die keine Fragen offenlässt. Häufig ist es genau diese Phase, in der schlecht gestaltete Landingpages Interessenten verlieren, weil unklar bleibt, was genau im Preis enthalten ist oder wie der nächste Schritt aussieht.

Phase 5: Purchase – aus dem Interessenten wird ein Kunde

Die letzte Phase ist der eigentliche Abschluss: Buchung, Vertragsunterschrift oder Kauf. Auch wenn diese Phase oft am kürzesten ist, entscheidet sie über den gesamten Erfolg deines Funnels. Ein reibungsloser Buchungsprozess – zum Beispiel über einen klar erreichbaren Kalender-Link, ein einfaches Formular oder eine direkte Checkout-Möglichkeit – verhindert, dass Interessenten in letzter Sekunde abspringen.

Wichtig ist außerdem, den Kunden nach dem Kauf nicht allein zu lassen. Eine klare Onboarding-Kommunikation direkt nach der Buchung reduziert Unsicherheit und legt den Grundstein für eine gute Zusammenarbeit sowie mögliche Folgeaufträge oder Weiterempfehlungen.

Häufig gestellte Fragen zu den Sales-Funnel-Phasen

Muss jeder Kunde alle Funnel-Phasen durchlaufen?

Nicht zwingend in dieser Reihenfolge oder Geschwindigkeit. Manche Interessenten, etwa über eine persönliche Empfehlung, überspringen einzelne Phasen und gelangen direkt in die Entscheidungsphase. Das Modell dient vor allem dazu, typische Muster zu erkennen, nicht als starre Regel für jeden Einzelfall.

Wie lange dauert es, bis jemand vom ersten Kontakt zum Kauf kommt?

Das hängt stark von der Branche, dem Preis und der Vertrauensbasis ab. Bei kleineren Dienstleistungen kann das wenige Tage dauern, bei umfangreicheren Beratungs- oder Agenturleistungen häufig mehrere Wochen bis Monate. Wichtiger als die genaue Dauer ist, dass du in jeder Phase passende Inhalte bereithältst.

Welche Rolle spielt meine Website in den einzelnen Phasen?

Deine Website sollte für jede Phase einen passenden Einstiegspunkt bieten: Blogartikel für Awareness und Interest, Referenzen und Leistungsseiten für die Consideration-Phase sowie eine klare Angebots- und Kontaktseite für Decision und Purchase. Eine durchdachte Struktur in Webflow hilft dabei, Besucher gezielt durch diese Stationen zu führen.

Wie erkenne ich, in welcher Phase ein Besucher gerade steht?

Anhaltspunkte liefern das Nutzerverhalten auf deiner Website, etwa welche Unterseiten besucht werden, sowie die Herkunft des Traffics. Wer über einen Vergleichs- oder Preis-Suchbegriff auf deine Seite kommt, steht meist weiter unten im Funnel als jemand, der einen allgemeinen Ratgeber-Artikel liest.

Muss ich für jede Phase eine eigene Landingpage erstellen?

Nicht zwingend eine komplett eigene Seite, aber zumindest klar unterscheidbare Inhalte und Handlungsaufforderungen. Oft reicht es, innerhalb einer Website verschiedene Bereiche – Blog, Referenzen, Angebotsseite – gezielt auf die jeweilige Funnel-Phase auszurichten.

Fazit

Ein Sales Funnel ist kein starres Konstrukt, sondern ein Denkmodell, das dir hilft, deine Interessenten dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Wenn du Awareness, Interest, Consideration, Decision und Purchase bewusst unterscheidest und deine Website entsprechend strukturierst, sprichst du potenzielle Kunden mit den richtigen Inhalten zur richtigen Zeit an. Das reduziert nicht nur Streuverluste, sondern macht aus einer allgemeinen Website ein Werkzeug, das aktiv beim Wachstum deines Geschäfts hilft.

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Pajtim Bibaj Webflow Experte
Pajtim Bibaj
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